Darmentleerung

Darm-Ent-Leerung… seltsames Wort, oder? Man stelle sich das mal vor… Im Darm ist was drin. Der Darm ist voll und jetzt muss er leer gemacht werden.

Nicht jedem ist dieser Gedanke angenehm. Und – um ehrlich zu sein, gibt es auch angenehmere Prozeduren als die Darmentleerung.

Mittel zum Abführen

Die nachfolgend aufgeführten Mittel sind Medikamente! Sie interagieren mit anderen Medikamenten, insbesondere mit Herzmedikamenten und auch mit der Antibabypille. So sollte man die Pille etwa erst 3 Stunden nach Einnahme des Abführmittels nehmen. Beraten Sie sich zu dem Thema mit Ihrem Arzt. Wählen Sie ggfls. natürliche Abführmittel. (Siehe weiter unten)

Bei der Anwendung der hier genannten Mittel müssen Sie begleitend viel, viel trinken. Mindestens um die 3 Liter Wasser, um schweren gesundheitlichen Störungen entgegenzuwirken.

Glaubersalz (Natriumsulfat-Dekahydrat): Wirkt innerhalb von ca. 30-60 Minuten und reinigt dann innerhalb der folgenden 6-8 Stunden den Darm gründlich. Der Geschmack kann eigentlich nur als ausgeprägt bitter bezeichnet werden. Nicht jeder bekommt es herunter.

Mischen Sie 1-2 gehäufte Teelöffel in rund 250 ml lauwarmes Wasser und trinken Sie das gründlich verrührte und aufgelöste Gemisch in schnellen, großen Schlucken.

Es schadet nicht, der Mischung noch etwas Zitronen- oder Orangensaft beizumischen, um den Geschmack etwas erträglicher zu machen. Trinken Sie etwas angenehmes wie Pfefferminztee hinterher.

Planen Sie das ein! Passt das in Ihren Tagesablauf, eventuell alle 30 Minuten "dringend mal zur Toilette" zu müssen? Wirklich dringend… Darauf müssen Sie vorbereitet sein. An diesem Tag sollten Sie keine langen Autofahrten, Bahn- oder Busfahrten, Spaziergänge oder Firmensitzungen haben.
Vielleicht führen Sie das am Besten an einem Wochenende durch.

Vorsicht: Bei chronischem Gebrauch kann es durch eine Zunahme von Natrium z.B. zu Ödemen, Bluthochdruck, durch Verlust von Wasser und Kalium z.B. zu Muskelschwäche oder Herzstörungen kommen.

Bittersalz (Magnesiumsulfat-Heptahydrat): Bittersalz wird schon lange Zeit als Abführmittel verabreicht. Seine starken Nebenwirkungen auf die Nierenfunktion können – vor allem bei Kindern – zu Problemen führen.

Kann Herzmedikamente negativ beeinflussen!
Kann Kaliummangel hervorrufen!

Weitere Informationen

Vorsicht: Bei chronischem Gebrauch kann es durch einen zu starken Verlust von Wasser und Kalium z.B. zu Muskelschwäche, Lähmungen oder Herzrhythmusstörungen kommen.

F. X. Passage SL Pulver: Dieses Pulver beruht chemikalisch auf den eben vorgestellten Bittersalz, ist aber geschmacklich etwas verbessert.

Es wird in vielen Foren als die größte Erfindung seit Brot in Scheiben gehandelt. Doch faktisch handelt es sich hier um eine Bittersalzbrause, die genau die o.g. Probleme hervorrufen kann.

Vorsicht bei Allergie gegen das Süßungsmittel Saccharin!

Vorsicht: Bei chronischem Gebrauch kann es durch einen zu starken Verlust von Wasser und Kalium z.B. zu Muskelschwäche, Lähmungen oder Herzrhythmusstörungen kommen.

Natürliche Abführmittel

Sinn und Zweck der ganzen Mittel ist, den Darm dazu zu bringen, einen künstlichen "Durchfall" zu erzeugen und dadurch alles loszuwerden, was noch im Darm steckt. Logischerweise kann man diesen Effekt auch erreichen, ohne Chemikalien zu schlucken.

Die beiden nachfolgend besprochenen Säfte sollte man am Tagesanfang, als allererstes zügig trinken.

Sauerkrautsaft

Der Saft wird durch Auspressen frischen Sauerkrauts gewonnen und kann in vielen Supermärkten und Reformhäusern problemlos gekauft werden. Sauerkraut wird aus fein geschnittenem Weißkohl gewonnen, den man einer Milchsäuregärung aussetzt.

Die Wirkung ist relativ mild und stellt nicht jeden Zufrieden. Hat man das Gefühl, dass Sauerkrautsaft doch nicht ausreichend wirkt, muss man auf die o.g. Chemikalien zurückgreifen.

Anwendung:
Morgens, nach dem Aufstehen zwei Gläser trinken (zirka 0,5 Liter).

Pflaumensaft

Pflaumensaft ist das andere milde Abführmittel der Wahl. Er schmeckt etwas nach Pflaumen, nach Pflaumenmus und nach dem Brotaufstrich meiner Kindheit, dem "Rübenkraut". Aber insgesamt ganz lecker.

Was man nicht vergessen darf beim Fasten: Pflaumensaft hat bei einem halben Liter fast 350 Kilokalorien. Andererseits kommen die – wenns klappt – schnell wieder raus :-)

Die Wirkung ist nicht ganz so intensiv wie bei Sauerkrautsaft. Den mag allerdings nicht jeder.

Anwendung:
Morgens, nach dem Aufstehen zwei Gläser trinken (zirka 0,5 Liter).

Einlauf / Klistier / Darmspülung

.klist Ein Einlauf ist vielen unangenehm. Ob man hier überhaupt von einer richtigen "Darmentleerung" sprechen kann, ist umstritten. Schließlich ist nicht der gesamte Darmapparat "von oben bis unten" betroffen, sondern eigentlich nur der Teil, den man "von unten" mit der Spülung erreicht.

Die Apparatur selbst besteht im einfachsten Fall aus einem Plastikbehälter, der etwa einen Liter Wasser fasst. Unten daran befestigt ist ein Gummischlauch, an dessen anderem Ende sich eine abgerundete Einführhilfe aus Plastik befindet. Meist gibt es dort noch eine Art "Wasserhahn" als Verschluß.

Als "Spülflüssigkeiten" werden entweder etwa 1 Liter körperwarmes Wasser oder auch entsprechend temperierter Kamillentee genommen.

Vor der Anwendung bitte die Luft aus dem Schlauch entfernen, indem man etwas Flüssigkeit auslaufen lässt.

Das Endstück (Darmrohr) sollte mit Vaseline oder einem ähnlichen Fett gut eingerieben werden, damit es keine Probleme beim Einführen gibt.

Der Flüssigkeitsbehälter wird erhöht aufgehängt, damit die Flüssigkeit nach unten ablaufen kann.

Empfehlenswert ist zum einen das Ganze im Liegen zu machen. Zum anderen sollte man das dann am besten im Badezimmer machen. Vorausgesetzt, es ist groß genug. Man kann sich z.B. auf die Badematte oder ein großes Handtuch legen.

Jetzt führt man sich das gut gefettete Rohr in den Anus ein und schiebt langsam nach, bis es eine gute Hand breit eingeschoben ist und dann wird der Absperrhahn geöffnet. Nun muss das gesamte Wasser aus dem Behälter ab und in den Darm einlaufen. Das dauert schon mal ein paar Minuten.

Wichtig:
Nicht verkrampfen, ruhig atmen und den Bauch möglichst entspannen. Das Gefühl selbst sollte nicht unangenehm sind. Aber dafür ist u.a. wichtig, dass die Flüssigkeit körperwarm ist. Bitte vorher testen!

Wenn das Wasser ab bzw. eingelaufen ist, drehen Sie den Sperrhahn zu und ziehen das Rohr langsam aus dem Enddarm. Nun sind Sie aber nicht fertig! Sie haben nun rund 1 Liter Wasser im Enddarm und das will dort nicht bleiben.

Sie sollten aber versuchen, es noch um die 10 Minuten im Körper zu behalten, damit es die lösende Wirkung so richtig entfalten kann. Nicht verkrampfen! Machen Sie die Apparatur schon mal wieder sauber und trocken und harren Sie im Badezimmer aus. Am besten liegen bleiben. Auf keinen Fall aber das Badezimmer verlassen.

Wenn das Wasser dann raus will, dann sofort! Sturzartig. Also nicht zu weit von der Toilette entfernen.

Alternative:
Die verschiedenen Abführmittel haben ja verschiedene Wirkweisen. Die Chemikalien ziehen viel Wasser aus dem Körper in den Darm. Machen dessen gesamten Inhalt dünnflüssig und bewirken so einen (reinigenden) Durchfall.

Die Säfte machen ähnliches auf natürlichem Wege und etwas sanfter.

Es gibt ein kleines "Einmalklistier" in der Apotheke. nennt sich "Mikroklist". Eine kleine Tube mit langem Hals enthält rund 5 ml Wirkstoff. Der wirkt ähnlich wie die o.g. Chemikalien, indem er Wasser anzieht und den Stuhl damit weicher macht.

Eigentlich wird das aber bei Verstopfungen eingesetzt, um "mal wieder zu können". Mit Darmentleerung hat das eigentlich nichts zu tun. Da wird nun wirklich nur noch der letzte Kot verflüssigt.

 

Mein Tipp

Erst mal mit abführendem Sauerkraut- oder Pflaumensaft probieren. Wir haben doch Zeit, oder? Bei mir dauert das einsetzen der Wirkung von Sauerkrautsaft erst mal 5-7 Stunden. dann gehts los… aber richtig.

Wenn das nicht geht, kann man immer noch Glaubersalz versuchen.

Und wenn das auch nicht geht… nun… vielleicht ist "nichts mehr drin"? :-)