Die Schroth-Kur ist keine Fastenkur,
auch wenn sie vielfach so betrachtet wird!
Vielmehr handelt es sich bei dieser Kur, die ihren Namen Johann Schroth (1798-1856!) verdankt, um ein Möchtegern-Naturheilverfahren das von völlig unbewiesenen und durch keine Wissenschaft nachvollziebahren Annahmen über die Funktion des Körpers ausgeht. Bei den zwei- bis dreiwöchigen Kuren, die gerne auch in Kurkliniken angeboten wird, geht es in erster Linie darum, durch Entgiftung des Körpers dessen Selbstheilungskräfte zu fördern.
Wichtig:
Die Schroth-Kur ist auch keine Diät im üblichen Sinne. Viele Mediziner und auch Ernährungswissenschaftler üben heftige Kritik an dieser Kur, stufen sie als gesundheitsschädlich ein und lehnen sie rundweg ab.
An dieser Stelle möchte ich aus der Wikipedia zitieren, weil man es kaum besser zusammenfassen kann:
Vor allem die klassische Schrothkur wird von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern strikt abgelehnt und als eine gesundheitsschädlich eingestuft. Die Stiftung Warentest hat die Kur als Diät zur Gewichtsreduktion als “wenig geeignet” bewertet. (“90 Diäten für Sie bewertet. Sonderheft 2/2005″)
Wesentliche Kritikpunkte sind:
- Die klassische Schrothkur ist eine Mangeldiät und kann auf Grund des weitgehenden Verzichts auf Proteine zu Muskelschwund und Leistungsabfall führen, außerdem zu Vitaminmangel.
- Die Flüssigkeitszufuhr an den Trockentagen ist zu gering und potenziell gesundheitsschädlich.
- Alkohol ist als Bestandteil einer Kur abzulehnen, da er den Kreislauf belastet.
- Die Entwässerungswirkung ist zu stark.
Der Deutsche Wellnessverband urteilt über die klassische Schrothkur:
“Der fast ausschließliche Verzehr von trockenen Brötchen, gelegentlich ergänzt durch Getreidebrei und Gemüse, sowie die drastische Flüssigkeitseinschränkung sind eine enorme Stoffwechselbelastung. Von einer mehrwöchigen Durchführung muss abgeraten werden, da mit Mangelerscheinungen an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen zu rechnen ist, zumal die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten unterbleiben soll. Die geringe Flüssigkeitszufuhr widerspricht den heutigen Kenntnissen der Ernährungswissenschaften und ist nicht zu verantworten (…) Die Empfehlung, an ‘Trinktagen’ Wein zu trinken, ist völlig unakzeptabel, zumal Alkohol eine harntreibende Wirkung hat.”Die angeblich zu beseitigenden “Stoffwechselschlacken”, gegen die diese Kur angeblich vorgehen will, sind übrigens auch noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen.
Die Durchführung der Schrothkur gliedert sich in drei Hauptelemente:
- Feuchte Wärme (Die Schrothschen Dunstwickel)
- Eiweiß- und salzarme Ernährung. Man nannte das früher auch Semmeldiät und es ähnelt insofern auch der Kur nach Mayr.
- Abwechselnde Trockentage und Trinktage. Bei den Trockentagen wird weniger als 0,5 Liter Flüssigkeit getrunken! (Früher häufig Weißwein!)
Fazit
Wenn überhaupt, sollte diese Kur unter andauernder medizinischer Aufsicht angewandt werden. Schädigungen durch ernährungswissenschaftlich völlig hirnrissige Fehlernährungen und Mangelernährung sind wahrscheinlich.
Nachtrag:
Es gibt mittlerweile eine “reformierte” Bewegung, welche die Schrothkur aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen will. Worum es da geht, erfahren Sie u.a. hier
Der Deutsche Wellnessverband nimmt gegenüber der Schrothkur auch eine kritische Haltung ein.
Und auch hier kann der Schrothkur nichts gutes abgewonnen werden.
Der Deutsche Schrothverband nennt rund 20 mögliche Indikationen für die Schrothkur, von Stoffwechselstörungen über Gicht und Migräne bis zu Allergien und Burn-out-Syndrom. Mediziner zweifeln die Berechtigung dieser Indikationen allerdings an.
Auf keinen Fall geeignet ist eine Schrothkur bei:
- Leberzirrhose
- Nierenfunktionsstörungen
- Tuberkulose
- Krebserkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schwangerschaft