Fasten um abzunehmen? Vorsicht!

Eins vorab: Man kann beim Fasten abnehmen! Doch wird sich das bei den meisten Menschen als Bumerang erweisen. Sieht man das Fasten als einleitenden Schritt für eine Änderung der Lebens- und Essgewohnheiten, dann funktioniert das schon.

Doch wenn man nur fastet, um schnell 5 Kilo los zu werden und isst danach wie gewohnt weiter (zuviel), dann sind die Kilos schneller wieder drauf, als man „Jojo“ sagen kann. Und wenn man Pech hat, noch ein paar dazu.

Das liegt daran, wie das Fasten funktioniert. Grundsätzlich hat der Körper zwei Arten von Nahrungsmittelaufnahme. Tagsüber bekommt er Nährstoffe und Energielieferanten mit dem Essen geliefert. Doch wir dürfen auch die Nacht nicht vergessen. Und in der Nacht schaltet der Körper um. Denn zu schlafen bedeutet ja nicht, dass der Körper keinen Treibstoff braucht. Und dann bedient sich der Körper bei seinen eingelagerten Reserven.

Beim Fasten zwingen wir den Körper, auf seine Reserven zurückzugreifen. Nach einer gewissen Anlaufzeit schaltet der Körper um und verbraucht auch tagsüber Energielieferanten aus „dem Speckgürtel“.

Gleichzeitig wird der „Kalorienbedarf“ etwa halbiert. Statt vorher beispielsweise 2.000 braucht der Mensch nun beim Fasten nur noch 1.000 Kalorien pro Tag.

Und hier liegt die Falle!

Hört man dann mit dem Fasten auf und beliefert den Körper wieder mit den üblichen Kalorien (vermutlich mehr als 2.000, denn sonst wäre man ja nicht übergewichtig), dann wird er schlicht „überladen“. Und die zuviel gelieferten 1.000 oder 1.500 Kalorien werden gleich wieder in Fetteinlagerungen investiert – für schlechte Zeiten.

Und so sind zu den abgenommen 5 Kilo schnell noch weitere 3 hinzugekommen. Das ist so wie ein Jojo, der bei der Aufwärtsbewegung oben nicht stoppt, sondern sich weiter nach oben abrollt… :-(

Jojo-Effekt abwenden?

Tja, wie kann man das verhindern? Die Antwort ist ganz einfach. Die Durchführung nicht so…

Niemand kann abstreiten, dass bei den allermeisten Menschen „Hüftringe“ und Übergewicht ein Disziplinproblem sind. Natürlich auch ein physiologisches – aber eins das mit mehr Disziplin lösbar wäre.

Wenn der Körper Fett einlagert, dann bekommt er offensichtlich mehr Nahrungsmittel geliefert, als er derzeit verbraucht. Das bedeutet ganz klar, dass er weniger braucht. Weniger Kalorien.

Doch das bedeutet Disziplin. Denn das bedeutet unter anderem, sich ununterbrochen Gedanken über sein Essen und Trinken zu machen. Das bedeutet, vor dem Essen des Joghurts zu gucken, wieviel Nährstoffe er enthält und zu überlegen, wieviel man dem Körper schon zugefügt hat.

Das bedeutet auch, sich jeden Tag bestimmte Dinge zu verbieten. Und da wirds schwierig. Da überlegen viele dann, ob sie nicht lieber 10 (oder mehr) Kilo zuviel haben, dafür aber Spaß am Leben.

Und solange es sich nicht um ein gesundheitsbedrohliches Übergewicht handelt, ist das völlig OK!

Ich zum Beispiel bin 184 cm groß. Legt man den viel beschworenen Body Mass Index zugrunde, dann liegt mein Normalgewicht zwischen 67,7 und 84,6 Kilo. Selbst eine leichte Überschreitung dieses Gewichtes wäre in meinem Alter noch völlig unbedenklich.

Das ist eine verdammt große Spanne, oder? Das sind Unterschiede von fast 17 Kilo! Und selbst mit 100 Kilo hätte ich bei der Größe in meinem Alter noch „leichtes bis mittleres Übergewicht“.

Also immer mit der Ruhe. Fasten ist eine gute Möglichkeit, um etwas abzuspecken. Aber danach kommt es darauf an, wie wichtig Ihnen das niedrigere Gewicht ist. Und wenn es für Sie wichtig ist, dann müssen Sie danach eben anders essen.